HOMÖOPATHIE
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Die Geschichte der Klassischen Homöopathie

Christian Friedrich Samuel Hahnemann, der Begründer und Entdecker der klassischen Homöopathie, wurde am 12. April 1755 als Sohn eines Porzellanmalers in Meissen geboren. Hahnemann liess sich in Leipzig zum Arzt ausbilden, wurde aber kurze Zeit nach Aufnahme seiner Praxistätigkeit zum heftigen Kritiker der damaligen Medizin. Exzessive Aderlasse, Brech- und Abführkuren, sowie die Gabe von starken Medikamenten aus Blei, Quecksilber und Arsen führten nicht selten zum Tode der Patienten. Desillusioniert gab Hahnemann seine Praxistätigkeit auf und verdiente sich seinen Lebensunterhalt fortan durch das Übersetzen medizinischer Werke. In einem Arzneimittelbuch, welches Hahnemann übersetzte, behauptete Dr. Cullen (1790), dass die Wirkung der Chinarinde gegen Malaria auf ihre magenstärkende Eigenschaft zurückzuführen sei. Hahnemann bezweifelte diese Aussage. Er wollte die Chinarinde am gesunden Organismus prüfen und entschloss sich zu einem Selbstversuch. Nach wiederholter Einnahme von Chinarinde reagierte sein Körper mit Fieber, Schüttelfrost und anderen malariaähnlichen Symptomen. Hahnemann schloss daraus, dass Malaria durch Chinarinde geheilt werden kann, aber nicht aufgrund ihrer magenstärkenden Wirkung, sondern dank der Tatsache, dass das Arzneimittel beim Gesunden malariaähnliche Symptome hervorruft. Er erprobte in den kommenden sechs Jahren an sich und seiner Familie zahlreiche weitere Substanzen, wobei sich seine Entdeckung in allen Fällen bestätigte. Trotz heftigem Widerstand vieler damaliger Ärzte und Apotheker gegen sein neues Heilverfahren praktizierte Hahnemann mit grossem Erfolg. 1810 veröffentlichte er sein Hauptwerk, das "Organon der Heilkunst". Darin sind die Gesetze und Grundlagen der Homöopathie festgehalten, welche bis zum heutigen Zeitpunkt ihre Gültigkeit haben. 1828 - 1830 erschienen "die chronischen Krankheiten", ein mehrere Bände umfassendes Werk, welches bis heute von grosser Bedeutung ist. 1835 heiratete der verwitwete Hahnemann ein junge Französin und zog mit ihr nach Paris. Bis zu seinem Tod, am 2. Juli 1843, führte er gemeinsam mit seiner Frau eine umfangreiche Praxis.

Das Ähnlichkeitsgesetz - Similia similibus curentur

Die Homöopathie beruht auf dem Grundsatz: "Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden " (lat. similia similibus curentur). Das heisst, eine Krankheit wird mit der Substanz behandelt, die beim Gesunden ähnliche Krankheitszeichen hervorrufen würde. Zur Erklärung dieser Regel ein Beispiel: nach übermässigem Kaffeekonsum leiden viele, je nach individueller Empfindlichkeit, an Schlaflosigkeit, Unruhe, Herzklopfen und Gedankenfluss. Wenn nun ein Patient unter solchen Symptomen leidet, wird ihm das homöopathische Arzneimittel Coffea cruda (ungeröstete Kaffebohne) rasch Linderung bringen.

Die Lebenskraft (Dynamis)

Gemäss Hahnemann steuert und harmonisiert die Lebenskraft, auch Dynamis genannt, die Lebensvorgänge in unserem Körper. Sie verleiht uns Immunität und schützt vor Krankheiten. Durch Stress, Ärger, Kummer, schlechte Lebensweise und äussere Einflüsse wird unsere Lebenskraft geschwächt und aus dem Gleichgewicht gebracht. Unser Organismus ist somit nicht mehr vor krankmachenden Einflüssen, wie z.B. Bakterien, Viren, Pilzen, Pollen etc. geschützt und es können sich Krankheiten entwickeln. Die eigentliche Krankheitsursache sind also nicht die oben genannten Einflüsse, sondern eine Verstimmung der Lebenskraft. Dies erklärt z.B. auch, warum der eine an einer Erkältung erkrankt, während ein zweiter gesund bleibt, obwohl beide mit der gleichen erkrankten Person in Kontakt waren. Krankheitszeichen, wie z.B. Kopfschmerzen, Magenbrennen oder Gelenkbeschwerden sind somit stets Zeichen für eine Dysharmonie der Lebenskraft. Durch homöopathische Arzneimittel wird die Lebenskraft zur Selbstheilung angeregt und schliesslich wieder harmonisiert. Sobald die Lebenskraft wieder im Gleichgewicht und damit die Ursache der Beschwerden behoben ist, verschwinden die Krankheitszeichen und der Mensch wird wieder gesund. In der konventionelle Medizin werden oftmals nur die Krankheitszeichen ausgeschaltet, bzw. unterdrückt, ohne die wahre Krankheitsursache zu bekämpfen.

Die Individualität

In der Klassischen Homöopathie wird jeder Patient individuell und als eigenständiges Wesen betrachtet. Der einzelne Mensch erkrankt auf seine ganz spezifische Weise und produziert dabei eigene, charakteristische Krankheitszeichen. Das heisst, wenn mehrere Menschen unter einer Krankheit, z.B. Asthma, leiden, wird möglicherweise jeder ein anderes Heilmittel erhalten, da sich die Krankheitszeichen bei jedem betroffenen Patienten, wenn auch vielleicht nur geringfügig, unterscheiden.

Die homöopathische Arznei

Zurzeit gibt es ca. 2000 geprüfte homöopathische Arzneien. Diese werden vorwiegend aus pflanzlichen, mineralischen und tierischen Substanzen gewonnen und durch ein mehrstufiges und sehr aufwändiges Herstellungsverfahren produziert. Bei löslichen Grundsubstanzen erfolgt eine stufenweise Verdünnung und Verschüttelung mit Alkohol. Feste und unlösliche Substanzen werden schrittweise mit Milchzucker verdünnt und verrieben. Diesen Vorgang nennt man Potenzieren. Bei vielen Substanzen wird die Heilwirkung erst durch die Potenzierung freigesetzt, andere verlieren dabei ihre Giftigkeit und können somit für Heilzwecke genutzt werden. Je nach Verdünnungsschritten unterscheidet man zwischen C-Potenzen und D-Potenzen. C-Potenzen werden wie folgt hergestellt: 1 Teil Ausgangssubstanz wird mit 99 Teilen Alkohol verdünnt und verschüttelt. Wir erhalten die C1. Von dieser C1 wird wiederum 1 Teil mit 99 Teilen Alkohol potenziert und es entsteht die C2, etc. Bei den D-Potenzen erfolgt die Verdünnung in 10er - Schritten, d.h. pro Potenzstufe wird 1 Teil Ausgangssubstanz mit 9 Teilen Alkohol verdünnt und verschüttelt. Ab einer gewissen Potenzstufe (C12 oder D23) sind im Labor keine Moleküle des Ausgangsstoffes mehr feststellbar. Es wurde lediglich die Information des Heilmittels auf den Trägerstoff (Alkohol oder Milchzucker) übertragen. Homöopathische Heilmittel wirken auf der immateriell-dynamischen Ebene. Da wie oben erwähnt Krankheit eine Verstimmung der dynamischen Lebenskraft ist, muss ein Heilmittel ebenfalls auf der dynamischen Ebene wirken um die Lebenskraft wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Toxische Nebenwirkungen können bei einer klassisch homöopathischen Behandlung ausgeschlossen werden.

Die Behandlung

In einem Gespräch versucht der Homöopath möglichst viel über die Beschwerden des Patienten zu erfahren. Da die Homöopathie ein ganzheitliches Therapieverfahren ist, wird der ganze Mensch betrachtet, d.h. alle charakteristischen Eigenheiten des Patienten, wie z.B. Vorlieben und Abneigungen betreffend Nahrungsmittel oder Wetter, sind entscheidend für die Wahl des passenden Heilmittels. Von grosser Wichtigkeit ist auch die psychische Verfassung des Patienten, sowie seine Krankheitsgeschichte und diejenige seiner Vorfahren. Je genauer der Homöopath den Patienten erfassen kann, desto besser kann das passende Mittel gefunden werden. Die Gespräche finden in einer ruhigen, vertrauensvollen Atmosphäre und ohne jeglichen Zeitdruck statt. Das erste Gespräch dauert meist 1-2 Stunden. Die Folgegespräche sind meist kürzer und finden in Intervallen von normalerweise 8 - 12 Wochen statt. Die Behandlungsdauer ist individuell verschieden. Allgemein lässt sich sagen, dass ein Leiden welches schon lange besteht, auch mehr Zeit bis zur Heilung oder Linderung benötigt, als eines welches erst seit kurzer Zeit besteht.

Die Behandlungskosten

Mein Stundenansatz beträgt 120.-. Das homöopathische Arzneimittel kostet in den meisten Fällen zusätzlich ca. 20.-. Die Behandlungskosten werden von den meisten Krankenkassen in der Zusatzversicherung übernommen. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse über die jeweiligen Leistungen.

Die Indikationen

Die nachfolgende Liste enthält einige Indikationen in alphabetischer Reihenfolge bei denen sich eine homöopathische Behandlung erfahrungsgemäss bewährt hat. Diese Liste ist keineswegs vollständig und soll Ihnen vielmehr einen Überblick über das breite Anwendungsspektrum der klassischen Homöopathie vermitteln.

Die Liste mit den Indikationen finden Sie hier: :: klick hier ::